Die europäische Union ist längst ein Staat 

Jürgen Rüttgers fordert mehr Demokratie für die EU

„Kaum jemandem ist es bewusst, aber wir haben alle eine doppelte Staatsbürgerschaft“, betont Prof. Jürgen Rüttgers​, Ministerpräsident a.D. und Ehrensenator.

Herausragende Referenten positionierten sich auf dem diesjährigen FrühlingsCONVENT in Berlin zu einer Vision für Europa. Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher, Präsident des Senats der Wirtschaft, Reinhard Bütikofer​, Mitglied des Europäischen Parlaments und Prof. Dr. Jürgen Rüttgers, der ehemalige Bundesminister und Ministerpräsident a.D., der Dean der European School of governance. Sie alle unterstrichen mit inhaltlich tiefgehenden Beiträgen ihre Leidenschaft für die EU. Mit durchaus unterschiedlichen Ansätzen motivierten sie dennoch, gemeinsam die Gestaltung Europas anzugehen.

Jürgen Rüttgers sprach von der EU als bereits existierendem Staatsgebilde. Diesen Ansatz begründete er aus den bereits bestehenden Rechten der Bürger und deklinierte die juristischen Definitionen für Staaten durch. Für ihn eine klare rechtliche Lage – die EU ist ein Staat.

In einem kürzlich veröffentlichten Buch fordert Rüttgers mehr Demokratie und zeigt eine Perspektive auf, für die es lohnen würde als EU-Bürger einzustehen. Sein Ansatz soll der Gesellschaft ein erstrebenswertes Ziel bieten.

Alle Redner waren sich einig, dass es nie eine so lange Periode in Frieden und Wohlstand gegeben hat, wie in unserer Zeit. Jedoch darf nicht vergessen werden, welche Ursachen dazu beitragen. Allerdings reicht der pauschale Apell an Frieden und Freiheit nicht aus, um die Motivation für eine Gemeinschaft hoch zu halten.

Der Senat der Wirtschaft plant, in den nächsten Monaten intensiv zu Perspektiven und Impulsen der EU zu arbeiten und an Lösungen mitzuwirken.